Frohes Schaffen

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Regie:
 Ulrike Franke, Michael Loeken
Drehbuch:
 Ulrike Franke, Michael Loeken
Kamera:
 Michael Loeken, Rüdiger Spott, Jörg Adams
Ton:
 Csaba Kulcsar, Michael Loeken
Schnitt:
 Timothy McLeish, Ulrike Franke
Förderung:
 Filmstiftung NRW
Länge:
 14 Min.
Jahr:
 2006
Frohes Schaffen erlaubt die genaue Betrachtung des Unterschieds zwischen dem Verschwundenen und dem Verschwinden. Das bereits Verschwundene ist abhängig von der eigenen Vision, den Wünschen oder der Erinnerung, das Verschwinden hingegen unabänderlicher Bestandteil eines ewigen Zyklus von Transformationen.

Der Betrachter folgt zunächst der Bebilderung eines Lebens in einem Deutschland der Erinnerung. Die Sprache ist deutlich, die Bilder paradiesisch: Es gibt eine Familie, Geschenke, Freude, Fleisch und Gärten. Männer die sauber und gewissenhaft mit Stolz und Spaß ihrer Arbeit nachgehen, eine Frau die nach Herzenslust grillt und konzentriert am noch unverbrauchten Leben lernende, glückliche Kinder. Die Aufmerksamkeit des Freizeitfilmers gilt der akkuraten Wiedergabe seines Lebenswunsches.
Währenddessen wird in einer anderen Zeit, die einer jüngeren Vergangenheit entnommen ist, in der gleichen Stadt ein Stahlwerk von chinesischen Arbeitern abgebaut und in eine andere Heimat verschickt. In kontemplativen Bildern werden exemplarisch Details und Realisation eines übermenschlichen und unmöglich scheinenden Unterfangens gezeigt, zusammengefasst in klaren Schritten, gegliedert in das Abtragen des Gebäudes, das Verladen desselben auf Fahrzeuge, das Verlassen seines Standortes bis hin zum Verlassen des Landes.

Man findet sich in der Betrachtung zweier Darstellungen von Sein, im Ganzen unterlegt von einer sehnsuchtsvoll und fremd anmutenden Musik und dem ewigen Wechsel der Jahreszeiten, dem Unsterblichkeitsmythos der Natur.
Während Frohes Schaffen zunächst fragt, ob es die Welt an die wir uns erinnern wirklich gab, führt die Verschachtelung der beiden Ebenen im Fortschreiten des Filmes zu der verunsichernden Betrachtung einer sich kontinuierlich verändernden und damit nicht bestimmbaren, immer fremden Wirklichkeit. Obwohl die alte Fabrik im steten Kreislauf der Dinge doch ein wenig mehr Zukunft zu haben scheint als die Menschen, die die gezeigten Realitäten bevölkern, konstruieren und dekonstruieren, stehen beide für die Dualität der menschlichen Existenz, zerfallend und geprägt von dem Erkennen des Lebens und der Gewissheit des Vergehens.

Nach der Betrachtung von Frohes Schaffen erinnert man sich an eine Familie, die einen Garten hinter sich lässt, sowie ein Schiff, beladen mit einer vom Rost zerfressenen, von Arbeitern zerlegten Fabrik, das sich langsam von der Küste entfernt, um nach China zu reisen, und daran, dass jemand das alles gefilmt hat.

(Text: Jens Brand)
 
Frohes Schaffen e.V., Filmsequenz

Blüte

 
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